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Geschichte des Klostercafès
Seit
1767 befindet sich unser Unternehmen in Familienbesitz. Der erste
Bäckermeister und Gründer der "Kloster-Bäckerei"
war Gottlieb Gölke. Durch die herrliche Lage des Ortes in der Mark
Brandenburg und dem Ausflugsziel Zisterzienserkloster, kamen schon viele
Besucher nach Lehnin. Dies machte sich der Sohn Karl Gölke zu nutze,
und baute 1797 die "Kloster-Bäckerei- Conditorei und Cafe`"
mit überdachtem Terrassengarten.
Die
Straßen waren noch unbefestigt und wurden von Pferdwagen beherrscht.
Eine eigene Ausspannung hatten wir zu bieten. Die Ansiedlung vieler Handwerker
und Gewerbetreibender fand statt, herausragend zu dieser Zeit die "Fischergilde",
bedingt durch die fischreichen Seen der Umgebung. Auch die "Bäcker-Innung
Lehnin und Umgebung" wurde gegründet. Die Obermeister kamen
meist aus dem Hause Gölke. Die Innungsfahne ist noch heut in Besitz
unserer Familie. 1847 war wieder Generationswechsel und Gustav Gölke
Sen. übernahm die Leitung. Aber erst dessen Sohn Gustav Gölke
Jun., der den Betrieb 1912 weiterführte, baute 1905 das`´ Cafehaus
an mit der bekannten Ziegelschrift auf dem Dach "KLOSTEKAFFEE".
1908 wurde dann die Bäckerei neu gebaut mit einem der ersten Dampfbacköfen
von der Firma Werner & Pfleiderer. Eine überdachte Terrasse bietet
100Gästen Platz.
Die
Konditorei erreichte einen guten Ruf durch Qualität. Am bekanntesten
wurde der Klosterbaumkuchen, der mit Hartholz befeuert von Hand gedreht,
eigens hierfür angefertigte bedruckte Verpackung, angeboten wurde.
Die Baumkuchenmaschine kann noch heute besichtigt werden. Werbung wurde
auch damals schon großgeschrieben, wie noch vorhandene Brötchenbeutel
künden, die von den "Stiften"(Lehrlinge) mit dem Fahrrad
an die Türklinken der Kunden gehenkt wurden.
Mein
Urgroßvater verstarb sehr früh, im Januar 1929. Er hatte
zwei Töchter die keinen Bäcker oder Konditor in die Familie
brachten. So führte Urgroßmutter mit dem Meister Wilhem Oesterreich
den Betrieb weiter. Dieser machte sich jedoch in Potsdam selbständig,
wo mein Vater später sein Handwerk erlernte. Das gesamte Unternehmen
wurde verpachtet und erst mein Vater übernahm 1961 die Bäckerei-Konditorei.
Das Cafe `wurde 1944 geschlossen.1949 zweckentfremdet an die staatliche
Handelsorganisation verpachtet. Erst der Niedergang der DDR brachte uns
das Cafe` zurück.
In sechster Generation führen meine Frau und ich seit dem Jahre
2000 dieses Traditionsunternehmen weiter, das in diesem Jahr sein 235
Jähriges Bestehen begeht.
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